Tattoo richtig eincremen: Wie oft, wie lange und wie viel ist richtig?

9. Oktober 2026 | Noch keine Kommentare

Ein frisches Tattoo braucht während der Heilung die richtige Balance: Die Haut sollte nicht stark austrocknen, gleichzeitig ist eine dicke Cremeschicht nicht automatisch besser.

Genau deshalb entstehen nach dem Tätowieren schnell Fragen wie: Wann soll ich anfangen zu cremen? Wie oft braucht mein Tattoo Pflege? Und wie viel Creme ist eigentlich zu viel?

Die wichtigste Regel vorweg: Tattoo-Pflege sollte dünn und bedarfsgerecht erfolgen – nicht nach dem Prinzip „viel hilft viel“.


Wie oft sollte man ein Tattoo eincremen?

Wie häufig du dein Tattoo eincremen solltest, hängt von deinem Hauttyp, dem Heilungsverlauf und dem verwendeten Pflegeprodukt ab. Pflege sollte dünn aufgetragen werden, wenn sich die Haut trocken oder gespannt anfühlt. Gegen Ende der Heilung wird das Eincremen in der Regel seltener notwendig.

Auch das Bundesumweltministerium empfiehlt, ein Tattoo bei Trockenheitsgefühl dünn einzucremen. Wie häufig das notwendig ist, hängt ausdrücklich vom jeweiligen Hauttyp ab.

Eine starre Regel wie „immer fünfmal täglich für zwei Wochen“ ist deshalb weniger sinnvoll als eine Pflege, die sich am tatsächlichen Zustand deiner Haut orientiert.

Wann sollte ich anfangen, mein Tattoo einzucremen?

Das hängt zunächst davon ab, wie dein Tattoo nach dem Stechen versorgt wurde.

Solange sich noch ein dafür vorgesehener Folienverband auf dem Tattoo befindet, solltest du nicht einfach Creme darunter geben. Halte dich an die Herstellerangaben der verwendeten Folie und die Pflegeempfehlung deines Tattoo-Studios.

Erst wenn die jeweilige Schutzphase beendet ist und die weitere Nachsorge beginnt, wird auch das Eincremen relevant.

Wann genau deine Tattoo-Folie entfernt werden sollte, hängt wiederum vom verwendeten Produkt ab.

→ Wie lange muss die Tattoo-Folie draufbleiben?

Wichtig ist also nicht eine pauschale Regel wie „ab Tag 1“, sondern die richtige Reihenfolge:

Schutzphase → Reinigung → anschließende Pflege

Wie viel Creme gehört auf ein Tattoo?

Beim Eincremen gilt:

So viel wie nötig – aber so wenig wie möglich.

Das Pflegeprodukt sollte dünn auf der Haut verteilt werden. Eine dicke, sichtbare Schicht, unter der das Tattoo dauerhaft feucht bleibt, ist nicht das Ziel.

Eine kleine Menge reicht meistens aus, um die tätowierte Haut gleichmäßig zu pflegen.

Nach dem Auftragen sollte dein Tattoo also nicht aussehen, als hättest du eine dicke Cremeschicht darübergelegt.

Die Haut soll gepflegt und geschmeidig bleiben – nicht regelrecht „eingepackt“ werden.

Kann man ein Tattoo zu viel eincremen?

Ja, auch bei Tattoo-Pflege ist mehr nicht automatisch besser.

Während der Heilung sollte die Haut weder stark austrocknen noch dauerhaft aufweichen. Deshalb passt eine ständig erneuerte dicke Pflegeschicht nicht zu einer bedarfsgerechten Nachsorge.

Das bedeutet allerdings nicht, dass du nervös werden musst, wenn du einmal etwas mehr Produkt benutzt hast.

Entscheidend ist die grundsätzliche Routine:

dünn auftragen, Haut beobachten und nur dann erneut pflegen, wenn es tatsächlich notwendig ist.

Eine pauschale Aussage wie „zu viel Creme verursacht automatisch eine Infektion“ wäre dagegen nicht seriös.


Woran erkenne ich, dass mein Tattoo Pflege braucht?

Ein hilfreicher Hinweis ist das Hautgefühl.

Während der Heilung kann sich die tätowierte Haut beispielsweise trocken oder gespannt anfühlen. Auch leichte Schuppung kann auftreten.

In einer solchen Situation kann eine dünne Pflegeschicht sinnvoll sein.

Wichtig ist aber:

Juckreiz bedeutet nicht automatisch, dass du einfach mehr Creme verwenden solltest.

Juckreiz kann während der Tattoo-Heilung auftreten und unterschiedliche Ursachen haben. Wenn dein Tattoo stark oder über längere Zeit juckt oder weitere auffällige Veränderungen hinzukommen, solltest du nicht versuchen, das Problem ausschließlich mit mehr Pflegeprodukt zu lösen.

Mehr dazu:

→ Tattoo juckt und schuppt: Was ist normal?

Muss ich mein Tattoo eincremen, wenn es gar nicht trocken ist?

Du musst dein Tattoo nicht ständig nach Uhrzeit eincremen, nur weil seit der letzten Anwendung einige Stunden vergangen sind.

Wenn die Haut sich ruhig und ausreichend gepflegt anfühlt, musst du nicht automatisch eine weitere Schicht auftragen.

Genau deshalb ist die individuelle Hautbeobachtung sinnvoller als ein starres Schema.

Das Bundesumweltministerium weist ebenfalls darauf hin, dass die notwendige Häufigkeit vom Hauttyp abhängt und das Eincremen zum Ende der Heilung üblicherweise seltener notwendig wird.

Bedarfsorientierte Pflege ist also wichtiger als eine möglichst hohe Anzahl an Anwendungen.


Wie lange sollte man ein Tattoo eincremen?

Auch dafür gibt es keine einzige Tageszahl, die für jedes Tattoo und jede Haut gilt.

Während der Heilungsphase solltest du die tätowierte Haut entsprechend ihrem Zustand weiter pflegen. Je weiter die Heilung fortschreitet und je weniger trocken oder empfindlich die Haut ist, desto seltener wird klassische Aftercare normalerweise benötigt.

Danach endet Hautpflege natürlich nicht vollständig.

Ein abgeheiltes Tattoo sitzt weiterhin in deiner Haut – und gepflegte Haut kann auch das Tattoo optisch geschmeidiger und frischer wirken lassen.

Langfristige Hautpflege ist allerdings etwas anderes als die gezielte Aftercare eines frisch gestochenen Tattoos.

Wie sich dein Tattoo während der Heilung entwickelt, erklären wir ausführlicher hier:

→ Tattoo-Heilung: Phasen, Dauer und was wirklich normal ist

Tattoo Creme oder Butter – was eignet sich wann?

Creme und Butter unterscheiden sich insbesondere in ihrer Textur und ihrem Pflegegefühl.

Eine Creme ist typischerweise leichter formuliert, während eine Butter meist reichhaltiger ist.

Welche Variante besser zu dir passt, hängt unter anderem davon ab, wie sich deine Haut anfühlt und in welcher Pflegephase du dich befindest.

Genau deshalb haben wir dieses Thema bewusst in einem eigenen Ratgeber behandelt:

→ Tattoo Creme oder Butter – welche Pflege passt wann?

So müssen wir an dieser Stelle nicht dieselbe Kaufentscheidung noch einmal erklären.


Believa Aftercare in deiner Pflegeroutine

Für die Pflege tätowierter Haut bietet Believa sowohl eine Aftercare Creme als auch eine Aftercare Butter an.

Die Believa Tattoo Aftercare Creme ist eine leichte, vegane Pflege für tätowierte Haut. Laut aktueller Produktinformation kann sie ab dem dritten Tag nach dem Tätowieren verwendet und mehrmals täglich aufgetragen werden. Zu den genannten Inhaltsstoffen gehören unter anderem Tigergras, Aloe Vera, Sheabutter, Arganöl und Traubenkernöl.

→ Believa Tattoo Aftercare Creme entdecken

Die Believa Aftercare Butter ist dagegen reichhaltiger formuliert und kombiniert unter anderem Sheabutter, Kokosöl, Mangobutter und verschiedene pflanzliche Öle. Sie ist laut aktueller Produktbeschreibung für die Pflege frischer und bestehender Tattoos konzipiert.

→ Believa Tattoo Aftercare Butter entdecken

Für beide Produkte gilt: Beachte die jeweilige Produktanwendung und kombiniere sie nicht wahllos mit immer neuen Pflegeprodukten.

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Häufige Fehler beim Eincremen eines Tattoos

Gerade bei einem neuen Tattoo entsteht schnell das Gefühl, ständig „etwas tun“ zu müssen. Häufig ist eine einfache Pflegeroutine aber sinnvoller.

Vermeide vor allem:

  • zu große Mengen Pflegeprodukt aufzutragen,
  • ständig nachzucremen, obwohl die Haut sich gar nicht trocken anfühlt,
  • mit ungewaschenen Händen über das Tattoo zu gehen,
  • Krusten oder Hautschuppen beim Eincremen abzureiben,
  • unterschiedliche Pflegeprodukte ständig zu wechseln,
  • Creme unter einen Folienverband zu geben, wenn dies für den verwendeten Verband nicht vorgesehen ist.

Der Fokus sollte auf einer sauberen, dünnen und konsequenten Pflege liegen.

So cremst du dein Tattoo richtig ein

  1. Wasche deine Hände gründlich.
  2. Stelle sicher, dass die Schutzphase mit der Tattoo-Folie entsprechend der Pflegeanweisung beendet ist.
  3. Nimm nur eine kleine Menge des Pflegeprodukts.
  4. Verteile die Pflege dünn und vorsichtig auf der tätowierten Haut.
  5. Vermeide starkes Reiben über das Tattoo.
  6. Trage nicht sofort erneut Produkt auf, nur weil die Haut nicht mehr sichtbar glänzt.
  7. Wiederhole die Pflege entsprechend dem Hautgefühl und den Anwendungshinweisen des verwendeten Produkts.

Das Ziel ist nicht, möglichst viel Creme auf dem Tattoo zu haben. Das Ziel ist, die Haut während der Heilung angemessen und bedarfsgerecht zu pflegen.


Häufige Fragen zum Eincremen eines Tattoos


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